Was hat dich dazu motiviert, die musikalische Leitung der MGA zu übernehmen?
Kevin Kläntschi: Das Dirigieren hat sich für mich in den letzten Jahren zu einer echten Leidenschaft entwickelt, und ich durfte dabei viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Umso mehr freut es mich, mein Herzblut und Können nun bei der MGA einbringen zu dürfen – dem Verein, in dem ich musikalisch gross geworden bin. Ich übernehme den Verein auf einem musikalisch hohen Niveau, was mich sehr reizt und motiviert. Die Musikgesellschaft Aarwangen hat meine musikalische Laufbahn erst ermöglicht, deshalb möchte ich dem Verein mit meinem Engagement auch etwas zurückgeben.
Du bist ein „Eigengewächs“ der Musikgesellschaft. Was heisst das für dein neues Amt?
Ich sehe das als grossen Vorteil, weil ich den Verein, die Menschen und die Abläufe sehr gut kenne. Dadurch weiss ich, wo unsere Stärken liegen – aber auch, wo Herausforderungen sind und worauf man achten muss. Gleichzeitig kann es passieren, dass ich für Themen angefragt werde oder mich verantwortlich fühle, die über den eigentlichen Aufgabenbereich eines Dirigenten hinausgehen. Da ist es wichtig, mich punktuell abzugrenzen und die Rollen klar zu halten.
Bleibst du auch Dirigent der Jugendmusik?
Selbstverständlich. Die Jugendmusik bleibt für mich mindestens genauso wichtig.
Was bedeutet es, in die Fussstapfen von Franz Leuenberger zu treten?
Ich durfte bereits viele gute und sehr gute Dirigentinnen und Dirigenten erleben – aber kaum jemand vereinte musikalische Qualität und pädagogisches Können so gut wie Franz. Die musikalische Entwicklung war in den letzten Jahren beeindruckend und massgeblich sein Verdienst. Entsprechend trete ich diese Aufgabe mit grossem Respekt und einer gewissen Ehrfurcht an. Gleichzeitig sehe ich es als schöne Chance, auf diesem starken Fundament weiterzubauen.
Dein erstes Konzert als Dirigent wird das Jahreskonzert im März unter dem Motto „MGA on Fire“ sein. Was kann das Publikum erwarten?
Abwechslungsreiche Musik, mit viel Hingabe und Feuer gespielt.
Es geht Schlag auf Schlag, ein grosser Anlass steht mit dem Eidgenössischen Musikfest an Auffahrt unmittelbar bevor. Mit welchen Gefühlen blickst du dem Fest entgegen?
Die Teilnahme in der 1. Stärkeklasse in einem starken Teilnehmerfeld ist eine grosse Herausforderung – aber eine, der wir uns sehr gerne stellen. Ich persönlich liebe etwas Druck und Nervenkitzel, und davon wird es in Biel sicher genug geben. Gleichzeitig freue ich mich auf die intensive Vorbereitung und auf unvergessliche Momente beim weltgrössten Musikfest seiner Art.
Welche Ziele verfolgst du mit der MGA?
Die Musikgesellschaft soll den Mitgliedern ermöglichen, ihrem musikalischen Hobby auf hohem Niveau nachzugehen. Mit Ideen für unkonventionelle Projekte – wie besondere Konzertorte, Solistenkonzerte oder Ensembles – möchte ich das musikalische Angebot abwechslungsreich und spannend gestalten. Gleichzeitig soll die MGA durch ihre Präsenz das kulturelle Leben in Aarwangen bereichern und sich als wichtige Institution in der Gemeinde etablieren. Letztlich ist die Zielsetzung Sache der Vereinsleitung und der Mitglieder. Meine Aufgabe ist es, mit guten Ideen und Hingabe an diesen Zielen zu arbeiten.
Auf was freust du dich am meisten?
Das lässt sich nicht auf einen Punkt festlegen, denn der Dirigentenjob ist sehr vielseitig. Besonders freue ich mich an der Auswahl der Literatur, dem Einstudieren der Werke und natürlich an den Aufführungen selbst. Ebenso bereichernd ist der Austausch mit den Vereinsmitgliedern – all das macht meine Arbeit so abwechslungsreich.
Zur Person
Alter: 33 Jahre
Beruf: Lehrer für TTG und WAH Schule Aarwangen; Dirigent Musikverein Goldau; Saxophonlehrer und Dirigent Jugendmusik Aarwangen
Musikalische Ausbildung: Dirigentenkurse des Schweizerischen Blasmusikverbandes
Regelmässiger Besuch von Kursen und Workshops
Hobbies: Sport, ehrenamtliche Tätigkeit, zum Beispiel beim Oberaargauischen Blas- und Jugendmusikcamp
